Die Messenger Nutzung nimmt zu. Das Smartphone ist unser ständiger Begleiter und Apps wie WhatsApp oder Facebook Messenger sind im DACH-Raum nicht mehr wegzudenken. Was bezüglich Messenger und deren Nutzung alles möglich ist, sieht man am Beispiel China und WeChat.

Der Kurznachrichtendienst WeChat ist die chinesische „Antwort“ auf WhatsApp und hatte im 2. Quartal 2018 weltweit rund 1,06 Milliarden monatlich aktive NutzerInnen. Eine gewaltige Zahl. Zu erwähnen ist, dass WeChat auch eine Payment-Funktion besitzt. Und die mobile Zahlungsfunktion der App ist in der Volksrepublik fast allgegenwärtig.

Seit Kurzem können nun auch Ausländer, die in China leben, WeChat Pay nutzen, ohne ein chinesisches Bankkonto oder eine chinesische Kreditkarte zu besitzen. Heißt: Via App schnell und einfach mit einem Klick Geld überweisen – dem Kiosk an der Ecke, einem Restaurant oder auch Freunden.

Ebenso kommunizieren User via WeChat mit Unternehmen, bestellen Taxis, ordern Essen oder bleiben mit ihren Familien und Freunden in Kontakt. All diese Handlungen geschehen in einer einzigen App. Hierzulande wird fast für jede dieser Tätigkeiten eine separate App genutzt.

Im deutschsprachigen Raum ist es aktuell noch unvorstellbar, ohne Sicherheitscodes oder Freigaben, Geld digital in Echtzeit über eine App „zu versenden“. Trotz allem hat sich unsere Messenger-Kommunikation hierzulande in der Vergangenheit deutlich weiterentwickelt und birgt großes Potenzial bezüglich Marketing – dies haben wir bereits in einem früheren Blogbeitrag thematisiert (https://www.ado.group/e-mail-und-sms-gehoeren-der-vergangenheit-an/).

Diverse Chancen durch Messenger Marketing

In Anbetracht der Nutzerzahlen von WeChat und auch den Zahlen von WhatsApp (rund 1,5 Milliarden NutzerInnen im Januar 2018) ist Messenger- bzw. WhatsApp-Marketing absolut erwähnenswert und wird künftig stark an Bedeutung gewinnen.

Es gibt wenig Marketing-Kanäle, die so nah bei den KonsumentInnen sind wie Apps – sie begleiten die User ganztägig inklusive Push-Notifications. Selten herrscht ein solches Commitment bezüglich Erreichbarkeit und Toleranz bei der Kommunikation mit Unternehmen seitens der NutzerInnen. Für Unternehmen und Werbetreibende ist ein Mobile-First-Denken künftig also absolut notwendig. 

Welche Möglichkeiten gibt es?

Insbesondere für Klein- und Mittelbetriebe kann Messenger-Marketing diverse Vorteile bieten. Neben der hohen Kundenfreundlichkeit und der nicht vorhandenen Filterung an Inhalten (wie sie beispielsweise der Facebook-Algorithmus vornimmt), kann professionell umgesetzt, eine hohe Öffnungs- und Klickrate zum Beispiel bei Newslettern via WhatsApp erzielt werden. Weitere Nutzungsmöglichkeiten für Unternehmen wären ein automatisierter Kundenservice, das Senden von Bestellbestätigungen oder Transaktions-Nachrichten im E-Commerce. Auch eine direkte Erstkontakt-Kommunikation mit InteressentInnen im Personalmarketing kann damit durchgeführt werden. An Chancen und kostengünstigen Möglichkeiten diesen Kanal sinnstiftend zu nutzen, scheitert es also bestimmt nicht.

Wir dürfen gespannt sein, wie sich die Bereitschaft seitens NutzerInnen in Zukunft entwickelt und wie viel Zeit es benötigt, bis heimische Unternehmen und Werbetreibende sich intensiver dieser Thematik widmen. Potenzial gibt es hierfür reichlich.