Lassen Sie uns raten: Ihr Postfach quillt mit Emails über die DSGVO, die neuesten Aktualisierungen und die Bestätigung zur Verwendung von Daten über – und insgeheim handeln Sie die sogenannte Datenschutzgrundverordnung schon jetzt als heißen Anwärter auf das Unwort des Jahres. Gefährliches Halbwissen kursiert in Hülle und Fülle, was nicht nur für ein allgemeines Gefühl der Orientierungslosigkeit sorgt, sondern mittelstarke Anflüge von Panik angesichts der horrenden Zahlungen bei Missachtung der Gesetzeslage mit sich bringt.

Was das Ganze nun aber konkret mit Facebook und Ihrer Social Media Strategie zu tun hat? Wir haben einige Eckpunkte hier für Sie zusammengefasst:

Kinderspiel

Ob Kinder heutzutage nun geradezu als Digital Natives geboren werden, mag umstritten sein. Die DSGVO betont jedenfalls die Bedeutung des Schutzes von Jugendlichen und Minderjährigen im Zeitalter der Digitalisierung und omnipräsenten Social Media. Facebook hat sich für diese Altersgruppe also einige Besonderheiten einfallen lassen: Zum Schutz sind etwa alle persönlichen Beiträge automatisch als „nicht öffentlich“ eingestellt, auch Heimatort und Geburtsdatum sind nicht mehr für jeden einsehbar. Hinzu kommt, dass die Gesichtserkennung für alle Minderjährigen deaktiviert ist. Auch die Werbeoptionen für Jugendliche sind stark eingeschränkt – Minderjährige können nun kaum mehr in Kampagnen targetiert werden.

Partner in crime?

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr: Anhand von Daten über Partner kann Facebook die Anzeige von Werbeinhalten optimieren. Zu diesen Partnern gehören etwa Apps und Websites, die sich verschiedener Business-Tools (z.B. Like-Button) bedienen und selbstverständlich auch externe Drittanbieter. Facebook fordert nun also seine User dazu auf, ihre Einstellung zu überprüfen und zu bestätigen, ob die Angabe von Partner genutzt werden können, um ihnen relevante Werbeanzeigen anhand dieser Daten anzuzeigen.

Profil zeigen – aber was?

Man muss heutzutage kein Profiler sein, um intime Einblicke in das Leben eines Facebook-Users zu bekommen. Das soll sich nun ändern: Angaben wie politische oder religiöse Zugehörigkeit sowie der Beziehungsstatus sollen nun von Usern daraufhin überprüft werden, ob diese Informationen auch an Dritte weitergegeben werden dürfen. Allgemein wird es den Nutzern nun dank erweiterter Tools ermöglicht, leichter ihre abrufbaren Daten zu kontrollieren, bei Bedarf herunterzuladen oder sogar zu löschen. Diese Tools sind übrigens weltweit verfügbar, auch wenn sie speziell DSGVO-konform entwickelt wurden. Da die Mehrzahl der Nutzer Facebook inzwischen über das Handy aufruft, wird jetzt auch das Aktivitätsprotokoll dort geupdated, um diese Informationen künftig auch mobil abrufen zu können.

Face it!

Nichts ist so stark mit der eigenen Persönlichkeit und Identität verbunden wie das eigene Gesicht. Die Gesichtserkennung von Facebook hat daher den klaren Vorteil, Nutzer vor Fake-Profilen mit gestohlenen Profilbildern und anderem Missbrauch von persönlichem Bildmaterial zu schützen. Gleichzeitig erlaubt es das schnelle Markieren von Personen in Videos oder auf Fotos. Ab sofort können die Nutzer in der EU aber selbst entscheiden, ob die Gesichtserkennungstechnologien auf ihr Profil angewendet werden darf.

 

Denken Sie noch immer, dass die DSGVO der Anfang vom Ende ist? Oder handelt es sich dabei wohl eher um das Ende vom Anfang einer neuen Zeit des verantwortungsvolleren Umgangs mit persönlichen Daten? Lassen Sie uns Ihre Meinung in den Kommentaren wissen!