Bereits in den letzten beiden Blogeinträgen haben wir uns mit der Charakterisierung einer WIR-Marke auseinandergesetzt. Wir warfen einen Blick auf Apple, Google und Amazon und überlegten, warum diese als WIR-Marke zählen. Wir stellten fest, dass das Wecken von Emotionen heutzutage eine wichtige Rolle im Marketing spielt. Ein ebenfalls wichtiger Punkt sind die Persönlichkeiten hinter der Marke. Warum? Stell dir mal folgendes Szenario vor:

Du befindest dich in einem Adidas-Store und willst dir gerade neue Laufschuhe für den Sommer kaufen. Da hörst du zufällig zwei Verkäuferinnen miteinander reden: Die blonde Mitarbeiterin meint: „Ich gehe nach Dienstschluss noch zum Hervis, da habe ich letztens günstige Sportschuhe von Nike gesehen.“ Die brünette Kollegin sagt daraufhin: „Ja, da hast du recht, ich kaufe sowieso die Nike Produkte lieber als unsere, da diese günstiger sind und besser halten.“ Überlegst du jetzt auch beim Hervis Laufschuhe von Nike zu kaufen? Wahrscheinlich, denn wenn schon die eigenen Verkäuferinnen nicht von Adidas überzeugt sind, warum solltest dann du das sein? Dass das Verhalten dieser Verkäuferinnen komplett daneben ist, das ist klar. Solche Mitarbeiterinnen wünscht sich natürlich keiner, trotzdem sollte man als Chef überlegen, ob man nicht mitschuldig an einer solchen Situation ist. WIR-Marken werden nicht nur von den Kunden geschätzt, sondern auch von den Mitarbeiterinnen gelebt. Oder kannst du dir einen Apple-Mitarbeiter vorstellen, der Microsoft Produkte kauft? Undenkbar, welcher Imageschaden dadurch entsteht.

Deshalb ist es wichtig, die eigene Marke in den Köpfen der Mitarbeiterinnen zu verankern. Und dies ist nicht nur vom eigenen Produkt abhängig, sondern vor allem von der Führungskultur. Wenn sich also deine Mitarbeiterinnen nicht gut behandelt fühlen, dann wollen sie sich auch nicht mit dem Unternehmen identifizieren. Deshalb sollte die Markenführung nicht einer Marketingabteilung übergeben werden, bei der hohe Fluktuation herrscht. Dafür ist sie einfach zu wichtig. Das ist Aufgabe eines starken Managers, der sich dem Unternehmen mit Leib und Seele verschrieben hat oder eben Chefsache. Der Beweis für diese Annahme? Ihr vermutetet es bestimmt schon: Steve Jobs und Apple. Zwei Namen die eng miteinander verbunden sind. Aber auch bei anderen starken Marken steht eine Persönlichkeit dahinter: Porsche und dessen langjähriger Vorstand Wendelin Wiedeking. Facebook und Mark Zuckerburg. Red Bull und Dietrich Mateschitz. Deshalb sollten die Unternehmenswerte mit den eigenen Werten übereinstimmen, nur so kann dies erfolgreich nach außen kommuniziert werden.

Fazit: Behandle deine Mitarbeiter gut, damit diese dein Unternehmen auch privat positiv vertreten und überlass das Marketing nur Top-Managern, denen du vertraust und die sich wirklich mit dem Unternehmen identifizieren oder steh selbst für deine Marke und gib die Richtung vor.

 

Quelle: Hermann H. Wala (2018): Meine Marke. Was Unternehmen authentisch, unverwechselbar und langfristig erfolgreich macht. Redline Verlag: München.